Wilhelm Röpke (1899-1966), ein Kämpfer für die Freiheit, emigrierte wegen der braunen Sozialisten 1933 in die Türkei, 1937 nahm er einen Ruf nach Genf an. Das Liberale Institut erinnert mit diesem Sammelband an einen großartigen, jedoch auch recht eigenwilligen Verfechter der Freiheit. Dabei zeigen die Beiträge, dass Röpke durch seine umfangreiche publizistische Tätigkeit (zum Beispiel...
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Wilhelm Röpke (1899-1966), ein Kämpfer für die Freiheit, emigrierte wegen der braunen Sozialisten 1933 in die Türkei, 1937 nahm er einen Ruf nach Genf an. Das Liberale Institut erinnert mit diesem Sammelband an einen großartigen, jedoch auch recht eigenwilligen Verfechter der Freiheit. Dabei zeigen die Beiträge, dass Röpke durch seine umfangreiche publizistische Tätigkeit (zum Beispiel bei der „NZZ“) nicht nur großen Einfluss in der Schweiz hatte, sondern auch international bedeutend war und nachhaltigen Anteil an der deutschen Nachkriegsordnung nahm. Wichtige Facetten aus Röpkes Werk leuchten auf: der Einsatz gegen die Fluten der braunen und roten Totalitären; die Liebe zu bewährten, tradierten Tugenden, gepaart mit einem Kulturpessimismus, der den Kult des Kolossalen, den billigen Konsumismus, den Materialismus, den Relativismus, den Inflationismus, den wohlfahrtsstaatlichen Fiskal-Sozialismus und das Banausentum als falsch zeichnete. Röpke sah in gewachsenen, eigenverantwortlichen Gemeinschaften und einer tatsächlichen „Nobilitas Naturalis“ den rechten Weg. Richtig aktuell sind Röpkes Beiträge zur europäischen Integration. Schon in den 1950er Jahren warnte er davor, dass der Zentralismus ein Verrat an Europa ist und genau das zerstören wird, was Europa liebenswert und wichtig für die Welt macht.
Persönlich wurde mir die Botschaft der „Ideen der Freiheit“ 1978 durch die Lektüre eines der Werke Wilhelm Röpkes nahegebracht. Von Röpke führte der Literaturweg dann zu Franz Böhm, Walter Eucken, Friedrich August von Hayek und Alexander Rüstow. Die Lektüre Hayeks leitete mich nahezu zwangsläufig zu den anderen Größen der „Wiener Schule der Volkswirtschaftslehre“: Ludwig von Mises, Eugen von Böhm-Bawerk, Friedrich von Wieser und Carl Menger. Der Herold, der mir die Botschaft überbrachte, hieß nun einmal Wilhelm Röpke; die Verkündung der Botschaft durch irgendwelche „Salonliberale“ würde ich sicherlich nicht gehört haben. Auch heute hat Röpke uns noch eine Menge zu verkünden – deshalb der Rat: Röpke lesen!